Geschichte von Vahrenwald
Das Dorf Vahrenwald wurde bereits im Jahr 1266 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der Name „ Vorenwalde “ bedeutete Siedlung vor dem Walde. Im Norden von Hannover ersttsreckte sich damals der große Lawenwald. 1183 wurde der Ort schon erstmals in einer Chronik mit dem gleichen Namen erwähnt, nur 20 Jahre später als Hannover. ( 1163 Honovere )Die Höfe des alten Bauerndorfes lagen an der Rotermundstr. Und der Melanchtonstr.. Man lebte von der Landwirtschaft. Die Bauern in Vahrenwald waren bis in das19. Jahrhundert in grundherrschaftlicher Abhängigkeit, zumeist zum Rat der Stadt Hannover.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verlor Vahrenwald immer mehr des bäuerlichen Charakter. Industrie und Gewerbe siedelten sich von Hannover kommend in Vahrenwald an. Vor allem die Gründung der Continental-Gummi-Fabrik 1871 sorgte für weitere Ansiedlungen von Wohnhäusern und den dazu gehörenden Folgeeinrichtungen. Mit steigender Einwohnerzahl entwickelte sich Vahrenwald immer mehr zu einer Arbeiterwohnsitzgemeinde.
Mit dem 1875/75 errichteten Militärreitinstitut entstand ein ganzes „ Soldatenviertel “. Noch heute zeugen in Vahrenwald viele Straßennamen von der militärischen Vergangenheit.
1891 wurde Vahrenwald nach Hannover eingemeindet. Seit 1880 bestand durch eine Pferdebahn eine feste Verkehrsanbindung zu Hannover.
Anfang der des 20. Jahrhunderts hatte sich der Vahrenwalder Platz allmählich zum Mittelpunkt des Stadtteiles entwickelt. Die Bebauung wurde jetzt immer intensiver vorangetrieben. 1920 wurde der Jahnplatz im Sinne des „ Neuen Bauens “ mit mehrgeschossigen Klinkerblöcken erschlossen.Im 2. Weltkrieg wurde Vahrenwald durch Bombenangriffe weitgehend in Trümmer gelegt, stellte doch die Continental als Rüstungsbetrieb ein vorrangiges Ziel dar.
Heute weist Vahrenwald moderne Bauten auf. Mit dem Niedersachsenhof in der Rotermundstr. iIst 1944 nach einem Brand das letzte Wahrzeichen des alten Dorfes Vahrenwald verschwunden. Im Freizeitheim ind Veranstaltungszentrum Vahrenwald erinnert noch ein originalgetreues Modell an das Vahrenwald von 1850.
Vahrenwald in der Mitte des 19. Jahrhunderts
In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Vahrenwald bei weitem nicht so stark besiedelt wie wir es heute kennen.Im damaligen Dorf Vahrenwald lagen 17 Bauernhöfe und ca. 63 An- und Abbauerstellen.
Je nach Landbesitz teilten sich die Höfe in Vollmeier mit ca. 120 Morgen, in Großköthner mit ca. 75 bis 80 Morgen, in Kleinköthner mit 36 bis 40 Morgen und in Brinkbesitzer mit 20 bis 25 Morgen auf. Da es zu dieser Zeit noch keine Straßenbezeichnungen in Vahrenwald gab, wurden die Höfe nach Reihenfolge nummeriert.
| 3 Vollmeierhöfe verteilten sich auf die Besitzer | Nr. 1 Busse Nr. 2 Sander Nr. 3 Rotermund |
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| 4 Großköthnerhöfe | Nr. 4 Busse Nr. 5 Harke Nr. 6 Quentin Nr. 7 Meinecke |
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| 4 Kleinköthnerhöfe | Nr. 8 Quentin Nr. 9 Gärtner Nr.10 Hanebuth Nr.11 Meine |
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| 6 Brinkbesitzer | Nr.12 Engelke Nr.13 Deiters Nr.14 Gärtner Nr.16 Kater Nr.17 Eicke |
Dazu kamen 63 Häuser der An -und Abbauer. Schutzherr und Obrigkeit dieser 80 Häuser in Vahrenwald war der Vorsteher. Von 1840 bis 1878 wurde dieses Amt in Vahrenwald von Heinrich Hanebuth wahrgenommen. In einer Zwischenzeit von 6 Jahren hatte das Amt Großköthner Harke inne. Von 1878 bis 1891 führte Mauermeister Büttner die Amtsgeschäfte des Vorstehers in Vahrenwald. Vor dieser Zeit, von 1800 bis 1836, wurde die Aufgabe der Obrigkeit vom so genannten Bauermeister durchgeführt. Dies war in Vahrenwald für 36 Jahre Johann Heinrich Hagebuth.
1891 wurde das Dorf Vahrenwald der Stadt Hannover zugeschlagen. Damit war auch das Amt des Vorstehers im alten Sinn in Vahrenwald beendet.
Das Amt des Vorstehers in Vahrenwald war anfangs ein reines Ehrenamt. Später, mit zunehmender Bevölkerung und der damit verbundenen Arbeit wurde eine Entschädigung von 24 Talern pro Jahr gezahlt. Dem Vorsteher war als Hilfe ein Gemeindediener beigegeben, der die Steuern einsammelte und Bekanntmachungen herumtrug.
Im Dorf Vahrenwald gab es auch einen Nachtwächter mit Hund und Horn, der die Nachtstunden ausrief und bei Feuergefahr mit dem Horn Alarm blies.
In diesem Fall griffen die Bauern und Abbauern zum ledernen Feuereimer, der sich in jedem Haus befand. Danach liefen alle zu einem vorbestimmten Platz, wo sie der Vorsteher, der zugleich Brandmeister war, erwartete. Dieser führte sie zur Brandstelle, wo mit Löscheimern gelöscht wurde.
Das Schicksal hat es aber mit Vahrenwald gut gemeint, da es aus dieser Zeit keine großen Brände zu berichten gibt.
Die nächste Folge wird über die Zeit der französischen Besetzung von Vahrenwald (1810 bis 1813) berichten.


